Heute morgen habe ich zum ersten mal David Bowie’s erstes Album von 1967 gehört, um mich vor der Unterhaltung meiner Nachbarinnen im Coworking Space abzugrenzen. Das ist jetzt fast 60 jahre her und deutlich vor meiner Zeit. Bowies Debüt stammt aus einer Phase, in der er noch nicht der spätere Bowie war, den man meist mit Glam, Berlin-Trilogie oder dem grossen Pop der 80er verbindet – eher ein frühes Dokument eines Künstlers, der seine Form noch sucht.
Krass, dass 2026 bereits sein 10. Todestag ist. Mein Lieblingsalbum ist The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars – es erschien ein Jahr bevor ich geboren wurde. Ich höre es ab und zu von Anfang bis Ende. Auch deshalb, weil wirklich jeder Song gut ist – was bei einem Album selten der Fall ist.

Ziggy ist dabei nicht einfach ein Look oder eine Phase, sondern eine Kunstfigur mit narrativer Logik. Bowie wird oft als «Chamäleon» beschrieben, weil er Sound und Ästhetik ständig verändert hat. Aber hinter diesen Wechseln steckt mehr als Stil: Rollenarbeit, Perspektiven, Inszenierung – und ein sehr bewusstes Spiel damit, wie Identität im Pop überhaupt konstruiert wird. In diesem Sinn war Bowie ein Storyteller, der nicht nur Texte schrieb, sondern ganze Welten baute.
Ich habe mir vorgenommen alle seine Alben komplett durchhören – mal sehen, ob Ziggy Stardust mein Lieblingsalbum bleibt. Was ist deines?

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