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  • Im Zug von Chicago nach Kalifornien

    Im Zug von Chicago nach Kalifornien

    In den USA gibt es tatsächlich das Phänomen des «Train Spotting», bei dem man sich im Klappstuhl neben die Eisenbahnlinie setzt und den vorbeifahrenden Zügen winkt. Möglicherweise gibt es das Phänomen auch in Europa, wenngleich ich das ausser bei Museumsfahrten alter Dampflocks noch nirgends erlebt habe.  Zugfahren ist in den USA sehr aussergewöhnlich.

    Das ARD-Fernsehteam ist mit dem «Kalifornischen Westwind» gereist, bestaunt gemeinsam mit den Mitreisenden die spektakulären Ausblicke und Landschaftspanoramen und erzählt Geschichten von Menschen, die auf Schienen reisen oder an den Schienen leben.

    Amtrak Train

    Das letzte Stück bis nach San Francisco wird allerdings im Bus zurück gelegt, da es offenbar zu aufwändig gewesen wäre in der Bay Area Schienen zu verlegen. Eine sehr empfehlenswerte Dokumentation, die meine Zugreiselust in den USA geweckt hat.

  • Die ihren Namen tanzen

    Die ihren Namen tanzen

    Eines der gängigsten Klischees über Waldorfschüler ist das «Namen-tanzen». Jeder Buchstabe hat in der tänzerischen Bewegungskunst Rudolf Steiners eine Körperhaltung oder einen Bewegungsablauf, welche es ermöglichen, seinen Namen darzustellen. Gestern am vorletzten Schultag dieses Jahres lud die 3. Klasse der Waldorfschule Wahlwies im wunderschönen roten Saal zu einer kleinen Darbietung ein, in der allerdings keine Namen getanzt wurden, sondern der Zirkusdirektor unterlegt von live gespielter Klaviermusik Tiere in der Manege vorführte. Jede eurythmische Aufführung verwendet eine Choreografie, die in der Eurythmie oft als „Form“ bezeichnet wird. Durch die Form erscheint das musikalische oder sprachliche Kunstwerk im Raum.

    Roter Saal an der Freien Waldorfschule Wahlwies
    Roter Saal an der Freien Waldorfschule Wahlwies

    Eurythmie ist somit eine zeitgenössische Bewegungskunst. Ihre Inhalte erhält sie aus Dichtung und Musik. Der Eurythmist begleitet nicht Sprache oder Musik mit interpretierenden Bewegungen, sondern offenbart durch die Gebärde und Bewegung, die den tönenden Künsten innewohnenden Gesetzmässigkeiten und bringt diese in einen künstlerisch gestalteten Bewegungsfluss, der dem Charakter des jeweiligen Werkes entspricht.

    Man begegnet der Eurythmie aber nicht nur als Bühnenkunst (Tourneepläne), sondern auch in den Bereichen der Pädagogik, Therapie und in sozialen Berufsfeldern (Sozialeurythmie).

  • Fernsehen als Sprachschule

    Fernsehen als Sprachschule

    Die Eigenproduktion House of Cards mit Kevin Spacey ist für viele Grund genug Netflix zu abonnieren. Die letzten Jahre war die US-amerikanische Streaming Videothek ausserhalb von Nordamerika (USA und Kanada) nur über VPN (virtuelles privates Netzwerk) erreichbar. Für den diesjährigen Start auf dem deutschsprachigen Markt wurde nun sogar vieles auf Deutsch synchronisiert, wenngleich der Originalton mit englischen Untertiteln genau das ist, was aus dem gewöhnlichen passiven TV-Konsum einen aktiven Fremdsprachenkurs macht.

    https://www.youtube.com/watch?v=fwPRX65paHM

    Die übersynchronisierte deutschsprachige TV-Landschaft ist unter anderem der Grund, weshalb die englische Aussprache in der DACH-Region deutlich schlechter ist als z.B. in Skandinavien und den Belenuxländern. Dort wird nämlich im gewöhnlichen TV-Programm vielen im Originalton mit Untertiteln ausgestrahlt. Auch in den Zürcher Kinos ist Originalton Gang und Gebe. Zwar mit deutschem Untertitel, aber dennoch gewöhnt man so das Ohr an die verschiedenen englischen Akzente und erlernt ganz nebenbei ähnlich wie ein Muttersprachler auf Englisch zu kommunizieren. Die Nachrichten auf Englisch zu verstehen ist relativ einfach, australisches Englisch wie z.B. in Wentworth ist schon etwas anspruchsvoller. US-amerikanischen Slang lernt man am besten in Orange Is the New Black.

    Orange Is the New Black

    Wentworth is zwar keine Netflix-Produktion, hat mir aber noch besser gefallen als Orange Is the New Black. Der Untertitel könnte in etwa lauten: Der süss-bitter ausgeklügelte Rachezug einer inhaftierten australischen Mutter.