Der Unterhändler

Quietschende Sessel im Zürcher Corso begleiteten gestern bei Bridge of Spies (deutscher Titel: Der Unterhändler) die klirrende (menschliche) Kälte am Checkpoint Charlie und anderen morbiden Schauplätzen des Kalten Krieges 1957 in Brooklyn und Berlin. Tom Hanks spielt den charakterstarken Pflichtverteidiger James B. Donovan, Mark Rylance den von trockenem Humor beflügelten sowjetischen Kunstmaler und Spion Rudolf Abel.

‘Bridge of Spies’ by DreamWorks Studios.
‘Bridge of Spies’ by DreamWorks Studios.

Die Bilder wirken sehr authentisch und bedrückend. Mit einem Budget von 40 Millionen US-Dollar kann man schon einiges bewirken. Die übertriebe Langatmigkeit ist vermutlich von Steven Spieberg beabsichtigt. Obwohl das Tomatometer der Topkritiker auf 98% steht, hätte ein Krimi für meinen Geschmack etwas mehr Spannung verdient. Die knapp 3 Stunden (inkl. Vorschau und Pause) fühlten sich auch so an.

In einer Szene fährt Donovan im Taxi im Westteil Berlins an einem Kino vorbei. Laut der Leuchtreklame über dem Eingang läuft u.a. die Komödie Eins, zwei, drei von Billy Wilder, die ebenfalls im geteilten Berlin im Agentenmilieu spielt und dabei die Akteure parodiert, besonders die Agenten des sowjetischen Geheimdienstes.

DreamWorks/20th Century Fox/Jaap Buitendijk
DreamWorks/20th Century Fox/Jaap Buitendijk

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